Kommunikation über das Häfi

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Why urine source separation and why water recycling. Andri Bryner, Eawag, explains at Swissnex parklet in the Story Hour about Tactical Urbanism. Photo: Design Museum SF.

Am letzten Dienstag durfte ich auf Einladung des Design Museums San Francisco in der „Story Hour“ zu „Tactical Urbanism“ (wörtlich: intelligente Stadtplanung; sinngemäss: Guerilla-Stadtplanung) etwas zur Blue Diversion Toilette (BDT) erzählen. Einiges an diesem Anlass war besonders: Erstens ist das Design Museum kein reales Museum, sondern existiert „nur“ virtuell bzw. mit temporären Events und Ausstellungen. Zweitens fand der Anlass bei der Swissnex statt, aber nicht im Vortragsraum, sondern im Freien auf dem „Parklet“ – das sind umgenutzte Parkplätze in der ganzen Stadt (Swissnex hat einen davon zum Platz für Sitzungen und Anlässe gemacht; viele andere sind eher erweiterte Strassencafés; mehr davon später und hier). Und drittens war von den sieben Eingeladenen keine klassische Präsentation mit Folien gefragt, sondern eine maximal achtminütige „Story“. Die fast 80 Gäste wollten also unterhalten werden. Bier oder etwas zu essen gab es nicht.

sanfrancisco_P1110011-kSo nutzte ich also die Gelegenheit, um die Anstrengungen der Eawag in Sachen NoMix – separate Sammlung von Urin und Fäkalien – für einmal etwas anders darzustellen. Mein Requisit (danke an Klein-Nico!) war ein Töpfchen. Oder eben ein „well designed potty“. Damit versuchte ich, die Leute bei eigenen Erfahrungen oder solchen mit ihren Kindern abzuholen. Und ich wies auf die Unzulänglichkeiten dieser Toilette hin: Kein Wasser- und Kanalisationsanschluss, kleine Speicherkapazität, stinkender Mix von Urin und Fäkalien, keine Handwasch-Gelegenheit etc. Dann wechselte ich zur BDT, die ja auch ohne externe Anschlüsse auskommt. Erläuterte, wie die Eawag und EOOS diese „Nachteile“ behoben haben und dass bereits an der nächsten Generation von BDT’s geforscht werde.  Warum ist separates Sammeln und Recyceln bei Glas und Papier logisch, aber nicht beim körper-eigenen Abfall? Warum ist das Drücken des Spül-Knopf so beliebt und verbessert das Wasserrecycling gleichzeitig die Hygiene? Und warum war es so wichtig, dass an der BDT schon früh auch Designer mitgewirkt haben?

Es schien, dass die Anwesenden diese Fragen und meine Antworten darauf verstanden haben. Etwas Glück war auch im Spiel: Gleich vor mir hat eine Slam-Poetin eine fulminante Geschichte erzählt – just über den Kampf von San Franciscos Bürgermeister gegen das öffentliche Urinieren…

Mein Fazit in Sachen Kommunikation? Etwas Mut gehört dazu, aber das rechte Ding am rechten Ort kann Wunder wirken. Ausserdem ein grosses Danke an Benjamin Bollmann von Swissnex, der mich im Vorfeld noch „gecoacht“ hat.

PS.: die Twittern hier alle wie verrückt. Bilder gibt es darum auch dort @designmuseumsf  und auf Facebook.

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