Die Rigi in San Francisco

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Sonntag war Schweizer Tag (nein, nicht wegen Federer in New York). Und für einmal (fast) nichts mit Wasser. Im De Young Museum, geplant von den Basler Architekten Herzog & de Meuron, habe ich die Turner-Ausstellung angeschaut. Und wo standen die meisten Leute? Vor den Bildern, die Joseph Mallord William Turner (1775–1851) auf seinen Schweizer Reisen gemalt hat, zum Beispiel die wunderbare Abendstimmung am Vierwaldstättersee mit der Silhouette der Rigi. Mit Kommunikation haben Turners Bilder viel zu tun. Wie er es geschafft hat, das Licht einzufangen und den Betrachtern die Stimmung weiterzugeben ist einmalig und war wohl für viele nach ihm Richtschnur oder Motivation. Ob Segantini oder Hodler Turners Bilder gekannt haben, weiss ich nicht, aber es könnte gut sein. Turner hat aber auch Details sehr präzise erfasst – also eine ideale Mischung von Emotion und Präzision, obwohl sie ihm damals den Vorwurf eingebracht hat, seine Werke seien unvollendet. Und noch etwas: Turner hat gespürt, dass der Erzähler mitten drin stehen muss, um authentisch berichten oder eben abbilden zu können. Bloss vom Hörensagen kommt diese Ausstrahlung nicht zu den Betrachtern. Bestes Beispiel dafür – und damit bin ich doch noch beim Wasser – sind Turners Wellenbilder am Meer, für die er tagelang am Strand beobachtet und skizziert hat. Oder das Bild mit dem Dampfschiff im Schneesturm. Turner hat eine ähnliche Situation tatsächlich erlebt und schon bald gedacht, er würde selbst nicht davonkommen – das spürt man. Das ist grosse Kunst.

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